30.11.10

Eine „Hiobs“-Botschaft

Aus den Karmavorträgen

„In der physisch – irdischen Welt, - wir haben gute Absichten, neben uns steht einer , der hat sehr böse Absichten: wir versuchen gute Handlungen auszuführen, es gelingt uns mehr oder weniger, neben uns steht einer, dem sozusagen alles gelingt. Wir sehen dann das Leben dahingehen. Nach Jahren oder Jahrzehnten blicken wir zurück auf dasjenige, was geschehen ist, und man kommt allzu leicht gegenüber dem physisch-irdischen Verlauf zum Urteil: Es ist nicht so, dass die gute Absicht, aber auch die guten Taten , im Erdenleben auch gute Folgen haben für den Menschen.- Zum Beispiel erscheint auf der Erde der Gute bestraft der Böse belohnt, indem der Gute unglücklich werden kann, der Böse glücklich werden kann. Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen demjenigen, was moralisch lebt, und demjenigen, was sich physisch verwirklicht.


Dagegen hat alles Physische seine Konsequenzen; die magnetische Kraft muss das Eisen anziehen, sie hat diese notwendige Konsequenz. Auf der Erde verwirklicht sich zunächst für dasjenige Leben, das wir durchleben zwischen Geburt und Tod, nur, was im physischen Zusammenhang steht. Nun meine lieben Freunde, einen solchen physischen Zusammenhang gibt es im Sonnensein nicht. In diesem Sonnensein gibt es nur einen moralischen Zusammenhang. Jedes Moralische hat dort die Macht sich auch zu realisieren und in entsprechender Weise zu realisieren. Das Gute bewirkt Daseinserscheinungen, die beglückend sind, das Böse bewirkt Daseinserscheinungen, die für den Menschen nicht beglückend sind. ...“

Rudolf Steiner in den „Karmavorträgen“ GA 238, Seite 101

29.11.10

Zusammenschmiedung des Menschen mit den Maschinen

Es sind ungeheuer klare Worte, die Rudolf Steiner für einen Aspekt unserer zukünftigen Entwicklung hier ausspricht. Die Menschheit wird mit den Maschinen "zusammengeschmiedet" werden. Das klingt sensationell; aber nicht deswegen führe ich das hier an, sondern wegen der Haltung, die wir einnehmen sollen: Es kann nicht bekämpft werden!, sagt Rudolf Steiner.

Man kann auch in seinen Gefühlen ankämpfen gegen Weltentwicklungstatsachen. Das offenbart sich dann z.B. als Angst, Klage, Kritik.  Man wird also versuchen zu lernen, diese Tatsachen mit Gefühlsruhe und Gleichmut zu betrachten:

"Noch einmal will ich darauf hinweisen, dass der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, dass man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, dass der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muss mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muss. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen...

An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müsste. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.

Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, dass das Bewusstsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein ersterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muss in der Zukunft."

28.11.10

Klassenstunden 3 - Mantren

Die Mantren waren ursprünglich an die Mitgliedschaft in der Freien Hochschule und die Teilnahme an den Klassenstunden gebunden. Andere Menschen konnten sie nicht haben.

Doch heute sind sie auch in den Händen von Menschen, die nicht der Hochschule angehören.
Diese Sachlage wurde von Rudolf Steiner unmissverständlich, klar und deutlich charakterisiert (s.u.); auch wenn es Menschen geben mag, die Bücher schreiben könnten, warum diese Aussage Rudolf Steiners nicht gültig sei.

Es hat ja eine gewisse Tradition, dass man auch sehr deutliche Aussagen Rudolf Steiners nach den eigenen Intentionen umdeutet, weil sie unbequem sind und den eigenen Lebensgewohnheiten  oder -Überzeugungen widersprechen.

"Sie verlieren ihre Wirksamkeit, die Mantrams, wenn sie in unrechte Hände kommen. Und das ist eine so fest in die Weltenordnung eingetragene Regel, dass einmal ...eine ganze Reihe von Mantrams unwirksam geworden sind, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung flossen."
(Rudolf Steiner GA 270c, S. 127)

27.11.10

Über Ernährung und Temperamente./3

Teil 1:http://orioniden.blogspot.com/2010/11/folgende-unveroffentlichte-vortrags.html
Teil 2:http://orioniden.blogspot.com/2010/11/uber-ernahrung-und-temperamente2.html

Teil3:
Während der Zeit des geistigen Strebens ist es ganz besonders wichtig, dass der Mensch recht mäßig lebt. Mäßigkeit läutert die Gefühle, erweckt die Fähigkeit, erheitert das Gemüt und stärkt das Gedächtnis. Die Seele wird durch dieselbe fast ihrer irdischen Last enthoben, genießt dadurch eine höhere Freiheit, ‑ so sagt
schon ein alter Weiser ‑. Würde der Mensch viel und oft essen, er könnte keine fruchtbringenden Gedanken erzeugen. Denn nimmt die Verdauung sehr viel Kraft in Anspruch, dann bleiben keine Kräfte übrig für die Denkfähigkeit. Gerade Menschen, welche die Welt mit den Produkten ihres Geistes erfüllten, haben bei sehr spärlicher Kost gelebt. Schiller, Shakespeare, viele unserer Dichter, denen wir herrliche Werke verdanken, haben sich durch schwere Entbeh rungen hindurchgearbeitet. Der Geist ist niemals so klar wie nach langem Fasten. Auch in der Geschichte religiöser Orden und in den Lebensbesehreibungen der Heiligen findet man zahlreiche Beispiele von den Wirkungen eines enthaltsamen Lebens. Die größten Heiligen lebten nur von Früchten, Brot und Wasser und kein wunderwirkender Heiliger wäre bekannt, der bei einem opulenten Mahl göttliche Kräfte in Wirksamkeit setzte. Auch all die großen Weisen des Altertums waren berühmt durch ihre Mäßigkeit.

Wenn nun der Mensch weiter geht in seinem geistigen Streben, wenn in das Ich immer mehr die Gesetze des Wahren und Guten fließen, wenn die Strahlen der großen Geistessonne immer mehr das Ich durchfluten und durchleuchten, dann beginnt die bewusste Bearbeitung des Lebens‑ oder Aetherleibes. Die urewige Wesenheit des Menschen, das was von Verkörperung zu Verkörperung geht, das lebt sich in jeder neuen Verkörperung so aus, dass es eine gewisse Wechselwirkung der 4 Glieder der menschlichen Natur hervorruft und aus dem, wie diese Glieder zusammenwirken, entsteht das Temperament des Menschen. Je nachdem sich das eine oder das andere dieser Glieder besonders hervortut, je nachdem tritt uns der Mensch mit diesem oder jenem Temperament entgegen. Ob die Kräfte des einen oder des anderen ein Übergewicht haben, davon hängt die eigentümliche Färbung der Menschennatur ab, das was wir die Färbung des Temperamentes nennen. Man unterscheidet vier Haupttemperamente, das CHOLERISCHE, SANGUINISCHE, PHLEGMATISCHE und MELANCHOLISCHE. Dieselben sind bei den einzelnen Menschen in der mannigfaltigsten Weise gemischt, so dass man nur davon sprechen kann, dass dieses oder jenes bei einem Menschen vorherrscht. Wenn nun der Mensch an sich arbeitet, darin bringt er Harmonie, Ordnung, Gleichmäßigkeit in diese Temperamente. Wohl werden bei der Bearbeitung der Temperamente geistige Übungen die Hauptsache sein, doch wird es auch hier nicht unwesentlich sein, wie der Mensch sich ernährt. Wenn bei einem Menschen das physische Prinzip vorherrscht, so wird dies oft eine Art Hindernis in der Entwicklung. Der Mensch muss aber Herr seines physischen Leibes sein, wenn er ihn gebrauchen will. Der Mensch ist nicht fähig sein Instrument vollständig zu gebrauchen, so dass die anderen Prinzipien eine Hemmung erfahren und Disharmonie entsteht zwischen dem physischen Leib und den anderen Gliedern.

Wenn nun der MELANCHOLIKER an sich arbeitet, dann soll er nur Nahrung genießen, die ganz nahe an der Sonne wächst, die weit weg von der Erde gedeiht, die an der vollen Sonnenkraft gereift ist und das wäre Obstnahrung. So wie durch geistige Übungen die geistige Sonne einen Menschen durchglüht und durchleuchtet, so sollte im Physischen durch die Sonnenkräfte, die in der Obstnahrung enthalten sind, das Verfestigende und Erstarrende im Melancholiker durchsetzt und durchwebt werden.

Beim PHLFGMATIKER, wo der Aetherleib vorherrschend ist, der einzelnen Funktionen im Gleichgewicht hält, wo das in sich gestützte Innenleben das innere Behagen erzeugt und der Mensch in diesem inneren Behagen vorzugsweise lebt, so dass er sich so recht wohl fühlt, wenn in seinem Organismus alles in Ordnung ist und gar nicht geneigt ist, sein inneres Interesse nach außen zu richten oder gar ein starkes Wollen zu entwickeln, solch ein Mensch sollte Nahrung zu sich nehmen, die nicht unter der Erde wächst. Ganz besonders nicht die Nahrungsmittel, deren Gedeihen oft zwei Jahre in Anspruch nimmt, bis sie an die Erdoberfläche kommen z.B. Schwarzwurzeln. Die sollte ein Phlegmatiker nicht genießen. Das Samenkorn dieser Pflanze braucht so lange bis es sich der äußeren Kräften erschließt und auch beim Phlegmatiker muss manches durchgearbeitet sein bis er tätigen Anteil nimmt an der Außenwelt. Das Prinzip dieser Pflanzen würde nur deine innere Behaglichkeit noch vermehren.

Beim SANGUINIKER, wo das Vorherrschende des Astralleibes da ist, wo der Mensch ein Interesse hat für einen Gegenstand, ihn aber bald wieder fallen lässt, wo das Schnellentflammtsein und das rasche Übergehen zu einem anderen Gegenstand sich zeigt, so sollten sogar Wurzelgemüse gewählt werden. Man könnte beinahe sagen, ein Sanguiniker muss sogar durch die Nahrung an das Physische gefesselt werden, sonst könnte ihn seine Leichtbeweglichkeit zu weit führen. Also hier sind die Gemüse, die unter der Erde gedeihen, sogar sehr anzuraten.

Wenn das Ich das Vorherrschende ist, wenn das Ich mit seinen Kräften besonders wirkt, und die anderen Glieder der menschlichen Natur beherrscht, dann entsteht das CHOLERISCHE Temperament. Der Choleriker muss sich vor allen Dingen vor erhitzenden und erregenden Speisen hüten, alles Reizende, stark gewürzte Speisen sind für ihn von größtem Schaden.

Man sollte wohl annehmen, dass bei einer Höherentwicklung das Temperament keine große Rolle mehr spielt und dass auch die Ernährung keinen Einfluss mehr hat. Auf der Meisterschaftsstufe ist das wohl der Fall, denn der Meister bedarf keiner festen Nahrung; ebenso wird ihn auch das Temperament nicht mehr beeinflussen oder beherrschen. Aber er wird die Temperamente benutzen zur Wirksamkeit in der physischen Welt. Das cholerische Temperament nimmt er zur Ausübung seiner magischen Handlungen, die Ereignisse und Begebenheiten der physischen Welt lässt er vorüberziehen wie ein Sanguiniker; im Lebensgenusse wird er sich ver halten wie ein Phlegmatiker, und über seinen geistigen Erkenntnissen wird er brüten wie ein Melancholiker. Bis wir aber dahin gelangen, hat es noch eine kleine Weile Zeit !

Wir sollten versuchen, unser ganzes Leben in Einklang zu bringen mit unserem geistigen Streben. Nicht nur eine kleine Zeit des Tages unseren Idealen gemäss leben, sondern unsere Beschäftigungen danach einteilen, unsere Genüsse in dem Sinne wählen und selbst unsere Ernährung so regeln und dahin wirken, ein harmonischer, in sich feststehender Mensch zu werden, um sich dann im Leben nach besten Kräften betätigen zu können.

Das Leben schenkt uns nichts, es muss alles errungen werden. Hierher gehört das schöne Goeth’sche Wort:

„Ein ernstes Wollen, ein beharrlich Streben
Führt einzig dich ans Ziel. Das Glück,
Kein bloßer Zufall ist es, und das Leben
Gibt nur, was du ihm gabst, zurück.“

(Ende)

25.11.10

Klassenstunden 2

Nach meinem "Post" vom 12.11. über die Klassenstunden, http://orioniden.blogspot.com/2010/11/klassenstunden.html,
möchte ich angeregt durch aktuellen Meinungsaustausch jetzt sogar noch eine deutlichere Formulierung wagen:

Wer sich als ernsthaftes Hochschulmitglied betrachtet, der müsste heutzutage die Originaltexte der Klassenstunden auch selber studieren, um auf dem persönlichen Schulungsweg weiterzukommen.


Es war ja einst den einfachen Gläubigen verboten, die Bibel zu lesen. Die Veröffentlichung und Verbreitung, die  durch den Buchdruck möglich wurde, veränderte diese Situation.

24.11.10

Über Ernährung und Temperamente./2

Teil 1:http://orioniden.blogspot.com/2010/11/folgende-unveroffentlichte-vortrags.html

Teil 2:
Jeder Genuss von Fleisch und Fisch ist nicht ratsam. Im Fleisch genießt der Mensch die ganze Tierleidenschaft mit und im Fisch genießt er das ganze Weltenkarma.

Pilze 

Pilze sind ungemein schädlich. Sie enthalten hemmende Mondenkraft und alles was auf dem Mond entstanden ist, bedeutet Erstarrung.

Hülsenfrüchte 

Ebenso sind Hülsenfrüchte nicht sehr ratsam wegen zu großen Stickstoffgehaltes. Stickstoff verunreinigt den Ätherkörper.
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Wir wollen einmal einige der gröbsten, niedern Eigenschaften herausgreifen und in Zusammenhang bringen mit den verschiedenen Nährstoffen.

Zucker 

Wenn ein Mensch große Selbstständigkeit besitzt und sehr zum Egoismus neigt, der sollte wenig konzentrierten Zucker genießen, denn Zucker fördert die Selbstständigkeit.
Ist dagegen jemand ohne inneren und äußeren Halt und glaubt immer der Stütze bedürfen zu müssen, der sollte reichlich Zucker genießen, um selbstständiger zu werden.

Gewürze, Salz und Pfeffer 

Wird jemand sehr vom Zorn beherrscht, der sollte nicht viel Gewürze in den Speisen genießen, ganz besonders Salz und Pfeffer meiden.

Gemüse und Obst 

Wenn jemand sehr zur Bequemlichkeit und Trägheit veranlagt ist, der meide besonders stickstoffhaltige Nahrung, er wähle vielmehr Gemüse und Obst als Nahrung.

Eiweiß 

Will sich jemand an das schwierige Problem wagen, an die Beherrschung der Geschlechtsleidenschaft, derjenigen Leidenschaft, die in niederer Art ausgeübt, den Menschen unter das Tier herabwürdigt, umgewandelt ihn aber seiner Göttlichkeit am nächsten bringt, der sollte so wenig wie möglich eiweißreiche Nahrung genießen. Bei zu reichlichem Genuss von Eiweißstoffen wird das Überhandnehmen der Fortpflanzungsstoffe hervorgerufen und dadurch wird die Beherrschung der Geschlechtsleidenschaft sehr erschwert.

Gurken und ähnliches 

Neigt jemand sehr zu Neid, Missgunst und Hinterlist, für den sind Gurken und all die Rankengewächse nicht zuträglich.

Melonen 

Auch beim Früchtegenuss muss man etwas vorsichtig sein. Menschen, die sehr zur Gefühlsschwärmerei neigen, sollten keine Melonen genießen. Der süße, berauschende Duft dieser Frucht verdunkelt jedes klare Verstandesbewusstsein.

Äpfel 

Auch sehr reichlicher Apfelgenuss ist nicht für jeden vorteilhaft. Bei gewissen Menschen steigert er die Herrschsucht und führt oft zu Roheit und Brutalität.

Kirschen und Erdbeeren 

Sie sind ihres hohen Eisengehaltes wegen nicht jedem bekömmlich.

Zuträglicher sind schon Bananen, Datteln und Feigen.

Nüsse 

Auch bei den Nüssen kann man eine bestimmte Auswahl treffen. Will sich jemand einer denkerischen Schulung unterziehen, dann braucht er vor allem einen gut gebauten, gesunden Hirnapparat. Selten liefern die Eltern in der heutigen Zeit ihren Kindern ein solch gut gebautes Gehirn. Und da ist es vor allen Dingen die Haselnuss, die die Substanz liefert zum Aufbau des Gehirns.
Alle andern Nussarten sind weniger wertvoll, Erdnüsse sind überhaupt zu meiden.

Fette 

Was nun die Fette anbelangt, so sollen wir der aus der Milch bereiteten Butter den Vorzug geben, auch Haselnussbutter wäre noch anzuraten.

Nun kämen wir zu den Genussmitteln: Tee und Kaffee 

Kaffeegenuss unterstützt das logische Denken; aber vom Kaffeegenuss allein werden wir noch keine logisch denkenden Menschen, denn da gehört noch mehr dazu. Und bei Menschen, wo das denkerische Prinzip nicht vorherrscht, ...da führt der reichliche Kaffeegenuss zu Hysterie.

Teegenuss erzeugt gute Einfälle. Man kann aber seine guten Einfälle durch besondere Übungen erhalten.

(Fortsetzung folgt) 
(Teil 3: http://orioniden.blogspot.com/2010/11/uber-ernahrung-und-temperamente3.html)

23.11.10

Das Auto

Das Ahrimanische ist heute eine Weltentatsache. Eine Tatsache abzulehnen, kann man nicht als vernünftige Haltung ansehen.
Man wird sein Augenmerk mehr auf den sinnvollen oder richtigen Umgang mit dieser Weltentatsache richten müssen.

Man kann sich das Ahrimanische je nach Zusammenhang in vielfältiger Weise denken. Es hat u.a.etwas mit der physisch-materiellen Welt zu tun. Man kann z.B. die Maschine, das Auto als dieser Sphäre angehörig ansehen.

Dient das Auto dem Menschen, dann ist das Ahrimanische an eine richtige Stelle gerückt. Man kann das sinnvolle Dienen als die eigentliche Aufgabe des Ahrimanischen betrachten.

Dient aber der Mensch dem Auto, hat die Maschine also einen Aspekt, der über das Dienen hinausgeht, dann bekommt sie eine Macht, die ihr eigentlich nicht zusteht und die das Menschsein gefährdet.

Führt man den ersten Aspekt weiter: Das Auto fährt z.B. den Menschen z.B. zu einer geisteswissenschaftlich-spirituellen Arbeit, dann entstehen sogar Kräfte, die dazu führen, dass das Ahrimanische überwunden oder erlöst werden kann.

Es wird Lebensbereiche geben, wo man das Ahrimanische auch heute noch vermeiden kann.
Und andere, wie z.B. das Verkehrswesen, wo dies nicht mehr möglich ist.

Eine gänzliche Ablehnung oder Vermeidung des Ahrimanischen auf allen Lebensgebieten führt auf Dauer nicht zu Handlungen oder Kräften, die sich sinnvoll in den Weltenprozess hineinstellen.

(Diese Ausführungen sind natürlich aphoristisch; sie berühren nur einige Aspekte einer sehr komplexen Angelegenheit.)

22.11.10

Über Ernährung und Temperamente./1

Folgende unveröffentlichte Vortrags-Mitschrift oder -Nachschrift fand ich im "Uranos Archiv" (http://www.uranosarchiv.de/uranosarchiv/Vortraege/Unveroeffentlichte%20Vortraege/040000_7pp-L1180724_.pdf)
Steiner hat später nicht mehr so deutlich und detailliert über diese Dinge gesprochen, um die Freiheit der Menschen möglichst wenig zu tangieren. Auch geht hier weniger hervor, warum bestimmte Wirkungen auftreten.
Wer aber sicher in seinem Leben und auf seinem Schulungsweg steht, für den können, ohne dass er mit anderen unvorsichtig darüber spricht und ohne dass er dogmatisch wird, durchaus diese Hinweise nützlich und sinnvoll sein:
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Vortrag von Rudolf Steiner 1904 (?), Berlin

Über Ernährung und Temperamente.

Vegetarisches Leben ohne geistiges Streben führt zur Krankheit


Man sagt, dass der Vegetarismus in Griechenland, Jahrhunderte vor Christus bekannt gewesen sei und dass der große Weise des Altertums, Pythagoras, der Stifter des Vegetarismus sei. Da muss man sich doch fragen, wer war denn Pythagoras und warum lebte er vegetarisch? Und damit kommen wir in das Gebiet der Geheimschulen, der Mysterien.

Zu allen Zeiten und zerstreut über alle Weltteile hat es von jeher Geheimschulen gegeben, deren Mitglieder sich befleißigten durch strenge Selbstzucht, durch fleißiges Studium, durch Meditation in das verborgene Sein der Welt zu gelangen, hinter den Schleier des Vergänglichen zu schauen. In Griechenland war es besonders Pythagoras, einer der großen Eingeweihten, der in diesem Sinne wirkte. Er hatte Schüler um sich versammelt, die er durch vorangegangene, strenge Proben in die Mysterien einführte. Zugleich aber wurden auch strenge Diätvorschriften erlassen. Berauschende Getränke waren ganz - ebenso war der Genuss von Fleisch und Bohnengemüse streng untersagt. Auch in späteren Zeiten sind in allen Geheimschulen Vorschriften für die Lebensweise der Schüler gegeben. Denn der Schüler soll lernen, die Nahrung nach den Grundsätzen der geistigen Erkenntnis zu wählen. Er muss wissen, dass in dem, was er als Nahrung zu sich nimmt, die Kraft gewisser Wesenheiten liegt. Und wenn der Mensch zum Herrscher seines Organismus werden will, so muss er seine Nahrung bewusst wählen. Wenn man begreift, w e l c h e Wesenheiten durch diese oder jene Nahrung angezogen werden, dann erkennt man auch, welche Bedeutung die Ernährung hat.

In den früheren Zeiten, da kannte man auch in den großen Religionsgemeinschaften, z.B. der jüdischen und der katholischen Religion die Wirkung der Nahrungsmittel. Ein Zuwiderhandeln gegen die Vorschriften wurde, mit dem Ausschluss aus der Gemeinde bestraft.
Auch im Brahmanismus war die Zeit von Weihnachten bis Ostern dem Vishna geweiht. Diejenigen welche sich seine Diener nannten, feierten diese Zeit durch Enthaltsamkeit, z.B. von allen Hülsenfrüchten, des Öles, Salzes, Fleisches und berauschenden Getränken. Man hatte in jener Zeit noch das lebendige Gefühl des Zusammenhanges des Mikrokosmos mit dem Makrokosmos und man forderte von jedem erwachsenen Gliede der Gemeinschaft, dass es zu ganz bestimmten Zeiten sich aufnahmefähiger mache für gewisse, geistige Kräfte, damit er mit der ganzen Natur eine Wiedergeburt und ein Auferstehen feiere. Es waren dies die Zeiten vor Weihnachten und Ostern.

Nun wollen wir einmal betrachten, was die Ernährung eigentlich ist. Fast keinem Gebiet bringt man so großes Interesse entgegen wie der Ernährung; denn die Anforderungen, die die heutige Zeit an die Leistungsfähigkeit des Einzelnen stellt, bedingt es, sich gut und kräftig zu ernähren. Durch die Nahrungsstoffe, führen wir dem Körper aufbauende und erhaltende Kräfte zu. Nach wissenschaftlichem Standpunkt ist die Nahrung eine Energiezufuhr. Die Geheimwissenschaft sagt aber; in der ganzen Natur manifestiert sich die Dreiheit. Jedes Ding besteht aus Form, Leben und Bewusstsein. Alles in der Natur ist belebt und durchgeistigt. Wir entnehmen nun unsere Nahrung aus dem Tier‑ und dem Pflanzenreich. Das Tier hat seinen physischen, ätherischen und astralischen Leib auf der physischen Welt, das Gruppen‑Ich der Tiere ist auf dem Astralplan. Wenn das Tier tot ist, dann ist die Wirkung der tierischen Natur noch nicht aufgehoben denn das Prinzip wirkt nach dem Tode noch weiter. Ebenso ist es bei der Pflanze. Die Pflanze hat ihren physischen, ätherischen Leib auf der physischen Welt, ihren Astralleib in der astralischen Welt, das Ich der Pflanze ist im Dewachan. Das Prinzip, das in der Pflanze wirkt, wird auch nach der Zubereitung der Pflanze wirksam sein, denn die Nahrungswirkung erstreckt sich aber nicht nur auf der Physischen‑ und Lebensleib, sondern auch auf die andern Wesensteile des Menschen. Und nun wollen wir einmal im Zusammenhang mit unserem geistigen Streben über Ernährung sprechen. Wohl werden Meditations - und Konzentrationsübungen die Hauptsache sein, doch wird es nicht so unwesentlich sein, wie der Strebende sich ernährt, wenn die Bearbeitung des Astralleibes beginnt.

Alkohol:

Vor allen Dingen ist wichtig, Alkohol in jeder Form zu meiden, sogar die mit Alkohol gefüllten Süßigkeiten sind von sehr schädlicher Wirkung. Alkohol und geistige Übungen führen auf die schlimmsten Pfade. Vom wissenschaftlichen Standpunkte ist ja schon der schlimme Einfluss des Alkohols auf die Gehirnfunktion nachgewiesen, wieviel mehr sollte ein Mensch, der sein ganzes Streben auf das Geistige richtet, sich eines Genusses enthalten, der das Erkennen des Geistigen vollständig ausschließt.

Fleisch und Fisch …(Fortsetzung folgt)

21.11.10

Ja, irgendwann einmal...

Auf diesen Post der Webseite "Die Egoisten" möchte ich hinweisen:

"Befreundet mit der Wirklichkeit"
Es ist eine zu simple Vorstellung, zu denken, *irgendwann* sei es Zeit, das individuelle spirituelle Üben *anwenden* zu wollen- es also in der *Wirklichkeit* zu erproben. Denn wir sind ja nicht nur innig verwoben mit dem, was uns umgibt, sondern ein untrennbarer Teil, ja zum Teil ein Produkt eben dieser *Umgebung*. Immer und überall stossen wir an Partnerschaften, Freundschaften, berufliche Felder, Pflichten und Vergnügungen an. Dies allerdings meist nicht nur und nicht durchgängig in harmonischer Art und Weise. Auch im Widerstand, im inszenierten Konflikt konstituieren wir uns an dieser Umgebung. Das Selbstgefühl intensiviert sich in schmerzhaften Prozessen, in die wir verwickelt sind. Meist fühlen wir uns dabei als Opfer, als Jemand, dem etwas zugemutet wird. Die Attitüde der Empörung - „Was hat man mir angetan!“- ist ein starkes Ich- Gefühl, viel stärker als harmonisches Einvernehmen. ...


Weiter hier: http://www.egoisten.de/files/befreundet.html#unique-entry-id-1311

18.11.10

Neue Hellsichtigkeit

In den letzten Jahren erleben wir im anthroposophischen Bereich immer mehr Mitteilungen, die hellsichtigen Fähigkeiten entstammen.
Solche Fähigkeiten gab es schon immer, nur gab es in anthroposophischen Kreisen eine gewisse Zurückhaltung dem gegenüber. Dafür fand man die entsprechende Literatur in anderen esoterischen Kreisen.

Die Zurückhaltung der Anthroposophen lag an den warnenden und kritischen Äußerungen Steiners zur Qualität solcher Schauungen.
Heute geht es darum, diese Art von Mitteilungen selber beurteilen zu lernen.
Zunächst kann man sagen, dass man ganz nüchtern Wahrnehmungen in der Sinneswelt und andere Wahrnehmungen nebeneinander stellen kann. Der eine erzählt von seinen Sinnesbeobachtungen, der andere von seinen Schauungen.

Nun geht es darum, wie geht man mit den Wahrnehmungen um? Wie werden sie verarbeitet? Welche Gedankenkraft richtet sich auf diese Wahrnehmungen? Wie werden diese Wahrnehmungen  mit der Welt verbunden? Wie verändert sich der schauende Mensch durch seine Wahrnehmungen und die gedanklichen Schlussfolgerungen aus den Wahrnehmungen?

Da hat einer vielleicht den Beruf "Architekt". Nun hat er außerdem übersinnliche Wahrnehmungen. Also wird man auf seine Arbeit blicken und sehen, wie unterscheiden sich seine Bauwerke von denen der anderen, nicht schauenden Menschen. So wird die Schauung im Irdischen fruchtbar.

Oder einer schaut seine letzten Inkarnationen. Nun wird man darauf sehen, wie verändert sich dieser Mensch dadurch, dass er das weiß. Steigert sich dadurch seine Menschlichkeit oder eher seine Überheblichkeit?

Es ist völlig unwichtig, dass einer über solche Dinge anderen berichtet. Es ist wichtig, wie das ins praktische Leben einfließt.

Man wird die Menschen immer nach der Gesamtheit ihres Lebens, ihrer Fähigkeiten in der Arbeit, ihrer Art des menschlichen Umgangs usw. beurteilen, nie nach ihren verbalen Äußerungen.

Bleibt es bei den Mitteilungen von Schauungen und kreist alles im Leben solcher Menschen um das Wichtignehmen dieses Bereiches. Dann bleibt diese Sphäre außerhalb des Irdischen.
Erst wenn es sich im ganzen Leben ausdrückt, wenn es beim Architekten eine neue Architektur hervorbringt, beim Musiker eine neue Musik, beim Lehrer eine bessere Pädagogik, beim Arzt ein neues Medikament oder wirkliche Heilungen, dann haben sich die übersinnlichen Fähigkeiten mit dieser Welt verbunden.

Das will Michael. Das entspricht dem michaelischen Zeitalter.

Aus der Bibel: 
Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.{Matthäus.24,4}{Matthäus.24,24}{2 Korinther.11,13}
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? {Galater.5,19}{Jakobus.3,12}
Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. {Matthäus.12,33}
Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 19Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.{Matthäus.3,10}{Johannes.15,2}{Johannes.15,6}

17.11.10

Anthroposophische Vorträge II

Wenn ich Vortragende in der gestern beschriebenen Weise reden höre, dann kommt mir immer das Bild der "Schlagsahne".
Steiners Werke zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie hohe Anforderungen an den Leser stellen. Das wird ja auch ständig kritisiert. Dabei ist es eine völlig bekömmliche Kost, wenn man sein Denken wirklich beim Lesen aktivieren will. Der härteste Brocken wird verdaulich.

Nun kann man ja einen etwas trockenen Kuchen durchaus mit Schlagsahne etwas schmackhafter machen. Dagegen wird man wohl kaum etwas einwenden.

Aber es fällt mir bei dem angesprochenen Typ von Vorträgen auf, dass die Redner sich aus dem Werk Steiners gewissermaßen gerne die Schlagsahne picken. Was Steiner über Jahre bei seinen Zuhörern vorbereitete, bevor er bestimmte Dinge aussprach, das sahnen nun diese Vortragenden ab und verwenden es frisch und frei in ihren eigenen Darstellungen. An das Denken der Zuschauer wird nicht appelliert, sondern an ihren Applaus, der dann gewöhnlich auch lautstark ertönt. Man will noch mehr; am liebsten hätten die Zuhörer dann noch eine Zugabe.

An solchen üppigen "Schlagsahne-Vorträgen" verderben sich die Leute den eigenen Geist; leider ohne dass sie es merken. Hat man ein wenig Sensibilität dafür entwickelt, dann reichen schon 15 Minuten eines solchen Vortrages, weil man dann soviel Gewaltiges gehört hat, worüber man Wochen nachdenken könnte. Aber die nächsten 15 Minuten überdecken dann die ersten Aussagen; und so geht es munter weiter.

16.11.10

Anthroposophische Vorträge I

Ein bestimmter Typ von anthroposophischen Reden zeichnet sich dadurch aus, dass man aus dem Werk Rudolf Steiners besonders sensationelle, mysteriöse, geheimnisvolle oder erhabene Themen auswählt.

Man spricht dann gern von Hierarchien, nennt häufig die Namen der Widersachermächte,  erwähnt  Geheimgesellschaften, Jesus Christus, den Gral, Kaspar Hauser usw. Man verbindet dann manchmal sogar das heutige Leben mit diesen großen Themen.

Man vermengt das gelegentlich auch gern mit den ganz großen „Weltkatastrophen“, wie Kriege und Umweltzerstörung usw.

Die Seelen der Zuhörer können gar nicht anders, als dass sie durch diese Begriffe wie gebannt oder, man muss wahrheitsgemäßer sagen, wie geistig-hypnotisiert werden. Redner die solche Begriffe häufiger verwenden, haben auch schnell eine deutliche kleinere oder größere Anhängerschaft; sonderbarerweise oft auch eine gewisse Gegnerschaft. Obwohl die Gegner oft gar nicht den entscheidenden Punkt erkennen, warum ihre Seelen diesen Rednern nur Widerstand leisten können. Da man meist rein sachlich dem Inhalt nur zustimmen kann. Man wird kaum eine Unrichtigkeit im Vortrag feststellen können.

Nein, die Unwahrheit liegt auf einem anderen Gebiet: Richtigkeit oder Unrichtigkeit entzieht sich dem Urteilsvermögen der Zuhörer. Und der Zuhörer mit einem gesunden Menschenverstand spürt das: Er spürt, dass der Vortragende selber die erste Hierarchie noch gar nicht erforscht hat, noch keine Begegnung mit ihr gehabt hat, dennoch spricht er über sie, als würde er sie kennen oder erkannt haben.

Dabei hat Steiner immer den allergrößten Wert darauf gelegt, dass der Mensch sein Urteilsvermögen anwenden können muss. Die Rede muss so gestaltet sein, dass der Zuhörer nichts glauben darf, sondern sein Erkenntnisvermögen soll durch den Vortrag angeregt werden.

14.11.10

Die Treue und das Leben in der geistigen Arbeit

Es gibt Menschen, die sehr treu, kontinuierlich und dauerhaft z.B. an Zweigen und Klassenstunden-Lesungen teilnehmen oder auch innere Übungen praktizieren. Sie pflegen eine gute Gewohnheit. Diese gute Gewohnheit bewirkt in tiefen Seelenregionen etwas, was im aktuellen Leben weniger zur Wirkung oder Erscheinung kommt.
Man könnte es im Bilde mit einem Baum vergleichen, der Jahr für Jahr seinen Stamm um einen Ring erweitert.
So wie der Jahresring eine gewisse Dauerhaftigkeit und Festigkeit bedeutet und bewirkt, so ist er doch zugleich auch eine Verhärtung, die das Leben stützen, aber nicht hervorbringen kann.

Blicken wir dagegen auf Zweig, Blatt, Blüte und Frucht, so empfinden wir dort gewaltige Lebensvorgänge; wir erleben Gedeihen und Vergehen, Farbe und Entfärbung, Süße und Fäulnis. Aber auch Ernte und Nahrung. Die Ruhe und Dauerhaftigkeit des harten Holzes, entspricht der Empfindung von Sicherheit. Die Dynamik der Lebensprozesse im Gegensatz dazu entspricht mehr dem Seelischen, den vielen Wechselfällen des Fühlens.

Doch braucht das rechte Geistesleben beides. Es braucht die Sicherheit von Rhythmus, Stabilität und Kontinuität als Grundlage. Aber es braucht auch das Dynamische des Lebendigen. Hier drückt sich das aus in Versuchen und Scheitern, in Irrtum und neuer Erkenntnis. Hat man aber in einem zusammenhängenden Prozess der geistigen Arbeit nicht das Gefühl, dass in einem selbst z.B. etwas erblüht ist, dann empfindet man einen seelischen Mangel, auch wenn man immer wieder erleben muss, dass diese Blüte schnell verwelkt. (Das ist gleichfalls eine Notwendigkeit!)

Man erlebt in der anthrop. Arbeit häufig die Angst vor diesem Lebensprozess. Man gibt der Sicherheit den Vorzug. Sicherheit, so empfinden viele, gibt einem das Werk Steiners, gibt einem überhaupt ein Buch. Das ist auch vergleichbar, dem heute verbreiteten Abschluss irgendeiner "Versicherung". Die Menschen meinen dann wirklich, dass ihnen dadurch irgendwie geholfen wäre.

Das ist aber alles nur Teil der Maja, der äußeren Scheinwelt und hat mit den wirkenden Realitäten nichts zu tun. In der Anthroposophie hat man dann immer nur das Tote, wenn man das Buch in den Mittelpunkt stellt. (Wobei das nicht negativ gemeint ist, sondern nur als eine sinnvolle Beschreibung einer Tatsache.)
Aber alle Sehnsucht der Menschen geht nach dem Leben, da man am Toten sowieso in dieser Welt genügend hat.
Für die Sicherheit ist es ausreichend, dass die Menschen Stabilität in Rhythmus und Kontinuität erstreben, es braucht dafür heute nicht mehr das Holz des Buches und den Ruß der schwarzen Buchstaben-Geister. Nur dann bildet sich eine wirksame Gemeinschaft (Stamm). In dieser muss aber dann sofort das Leben in allen Facetten sprießen. Es fließt aus den Seelen der Teilnehmenden.

Michael hilft, die Angst vor einem wirklich lebendigen Geistesleben zu überwinden. So erhalten die Seelen das Leben, was ihre Sehnsucht  erstrebt.

Man möchte rufen: Mehr Brot, weniger Holz !

Rednermut

Man erlebt anthroposophische Vorträge, wo alle mit großer Aufmerksamkeit, Hingegebenheit und seelischer Zufriedenheit zuhören. Auch hinterher des Lobes voll sind für den Vortragenden.

Je nach Thema wird man gewisse neue, sachliche Informationen erhalten. Betrachtet man den Rest des Vortrages, den Stil, die Art, wie die sachlichen Informationen verarbeit werden oder mit der Anthroposophie in Verbindung gebracht werden, dann wird man feststellen, dass man im Grunde nichts Neues erfährt. Man schmückt gewissermaßen die anthroposophischen Grundelemente mit einem neuen Thema.

Der Zuhörer erlebt dabei eine Befriedigung, weil er eigentlich alle Gedanken im Grunde schon kennt. Er kennt sie nur noch nicht in dieser Kombination.
Auch wenn der Redner, so wie ich es erst kürzlich erlebte, sehr deutlich und mahnend auf Notwendigkeiten des Schulungsweges eingeht, so ist man dennoch zufrieden - auch wenn man etwas zerknirscht ist, weil man ja vielleicht nachlässig mit dem Schulungsweg umgeht - , denn auch diese Zerknirschung und Mahnung kennt man ja längst und hat sich schon mit einem gewissen Wohlgefühl an sie gewöhnt.

Der Redner strahlt dabei die Botschaft aus: Ich arbeite streng und konsequent. Aber durch Art und Stil seines Vortrages strahlt er noch etwas anders aus: Aber der Schulungsweg bringt doch keinen großen Erfolg, wenn daraus ein solcher Vortrag hervorgeht.

So erleben wir die angelesenen Erkenntnisse Rudolf Steiners in vielen Vorträgen in tausenderlei neuen Formen wiedergeben, neu kombiniert, neu arrangiert, neu garniert.

Wir erleben nur selten, die geistige Arbeit, das geistige individuelle Ringen eines Menschen, seine neuen Erkenntnisse. Und wenn es wirklich neue Erkenntnisse sind, so muss er fürchten, dass sie von der Zuhörerschaft abgelehnt werden. Sie beunruhigen die Zuhörer.

Dafür bräucht der Vortragende Mut. Michaelischen Mut!

13.11.10

Veränderungen in der anthroposophischen Arbeit am Ende des letzten Jahrhunderts

Wenn man die anthroposophische Arbeit im letzten Jahrhundert über längere Zeit verfolgen konnte, dann stellte man fest, dass auch bei Anthroposophen, die noch nicht sich das auf dem Schulungsweg das erworben hatten, was Rudolf Steiners Intentionen entsprach, dennoch etwas Geistiges in ihren Worten mitschwang und dadurch konnten die damaligen Gruppen oder Tagungen beseelt werden. Es waren die Worte oft genauso gedanklich und intellektuell wie heute, dennoch konnten sie Gutes bewirken, weil sich mit ihnen etwas Geistiges wie in einem letzten Nachklang noch verband.

Rudolf Steiner soll einmal davon gesprochen haben, dass ein geistiger Impuls etwa 70 Jahre wirken kann. So könnte man nun analog davon ausgehen, dass der geistige Impuls, den Rudolf Steiner in die Welt gebracht hatte und den die Anthroposophische Gesellschaft in ihrem Schoß aufgenommen hat, etwa 70 Jahre wie eine Jugendkraft in der Gesellschaft wirkte. Sie entwickelte sich aus diesem Impuls heraus immer weiter, sie war beseelt und begeistet von ihm. Jugendsünden wurden überwunden und verziehen.

In den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts lief diese Zeit ab. Nun mussten die Mitglieder das selbst leisten, was vorher die Gnade des geistigen Impulses Steiners bewirkt hatte. Ihr meditativ-geistiges Handwerk mussten die (führenden) Mitglieder inzwischen gelernt haben; 70 Jahre konnte die Anthrop. Gesellschaft lernen, 70 Jahre dauerten ihr Lehr- und Wanderjahre. Nun begann die Zeit der Selbstständigkeit, der „Meisterschaft“.

Doch nun zeigte sich, dass eben in den Jahrzehnten zuvor nicht die rechte Vorbereitung getroffen worden war. Die persönliche, geistige, meditative Arbeit war nicht intensiv genug gewesen. Jetzt wurden die gleichen Worte gesprochen wie vorher, aber es schwang nichts Geistiges mehr mit. Denn dieses Geistige hätte nun selbst errungen worden sein müssen.

Damit wurden die Worte und Inhalte wie Leiber ohne Geist und Seele, sie erstarben, sie erstarrten. So kann man heute sogar anthroposophische Literatur lesen, die einem wie eine Geist-Mumie vorkommt. Wenn man an die ägyptischen Pharao-Mumien denkt, so findet man sie herrlich geschmückt und verziert, in prachtvollen Särgen. In der Anthroposophie täuscht manchmal der herrliche Klang der Worte und Inhalte leicht darüber hinweg, dass in ihnen nicht mehr der gute Geist lebt.

8.11.10

Ein sehr persönlicher Bericht

Aus: Goetheanum, Nachrichten für Mitglieder 45/10

Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht

Aus diesem Bericht möchte ich einige Auszüge bringen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass ein Mensch sehr offen berichtet und man dadurch Einblicke in tiefere Schichten eines Menschenwesens gewinnt. Weniger achte man auf die inhaltlichen Aussagen und Beurteilungen verschiedener Sachverhalte in der Gesellschaft, sondern mehr achte man darauf, dass hier eine wache Empfindung zum Ausdruck kommt. Der Schreibende nimmt seine Gefühle ernst und bezieht sie mit in seine Willensentscheidungen ein. Er stellt nicht intellektuelle Erwägungen in den Vordergrund, die normalerweise den gesunden Menschenverstand trüben, sondern er baut auf sein eigenes Urteil.

So empfindet er zwangsläufig etwas von dem wahren Wesen der Person von Beuys, von dem Stil des Saalumbaues von der Ausstrahlung mancher Vortragsredner, von den Ungereimtheiten im Umgang mit den Klassenstunden, von der Hoheit einer Klassenstundenlesung usw. 


"Anlässlich der von der Jugendsektion zu Pfingsten 2008 veranstalteten Jugend-Hochschultagung (Mensch-Werden) erlebte ich meine konkrete Aufnahme in die Hochschule. Innerhalb dieser Tagung konnte ich offen über meinen Weg zur Hochschule sprechen. Daran knüpften sich viele Gespräche an, die mich veranlassten, das dort Gesagte schriftlich niederzulegen. Vielleicht kann ich mit meinem Beispiel andere Menschen dazu ermuntern, über ihren Weg zur Schule Michaels zu berichten.

Seit ich mich erinnern kann, fühle ich mich mit Rudolf Steiner und der Anthroposophie verbunden. Dass Rudolf Steiner mein Lehrer und mein Vorbild ist, habe ich nie bewusst entschieden, es war einfach sowieso klar. Das hinderte mich nicht, insbesondere in der Zeit zwischen dem 16. und dem 21. Lebensjahr, auch andere okkulte Lehren intensiv zu studieren. Ich las mich kreuz und quer durch die Esoterik-Literatur, besuchte Geistheiler, Gurus und Magierinnen ...

Erste Enttäuschungen

Mit dem selbsttätigen Erarbeiten von Steiners Werk wuchs mein Interesse an den anderen Menschen, die das auch taten, an der Anthroposophischen Gesellschaft. Ich begann insbesondere die Vorgänge um das Goetheanum zu beobachten. Je mehr ich beobachtete, je mehr ich las, desto größer wurde meine Enttäuschung. Am schlimmsten war es für mich, wenn wieder einmal Joseph Beuys bejubelt wurde.

Ein Lichtblick für mich war in dieser Zeit Sergej Prokofieff. Ich war gerade 17, als ich sein Buch über Agni Yoga las. Durch meinen Streifzug durch Esoterik und Magie war mir klar geworden, wie wichtig richtige Unterscheidungskraft ist. In diesem Buch fand ich diese Unterscheidungskraft vorbildlich zum Ausdruck gebracht. im selben Sinne überzeugte mich später sein Buch über Tomberg.

Schlimm war der Eindruck, den ich vom Vorsitzenden der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft hatte. In Vorträgen vermittelte mir Manfred Schmidt-Brabant das Gefühl, als ob über ihm der Himmel verschlossen wäre. Auch konnte ich mich nicht entscheiden, ob der Geschmack seiner Intellektualität mehr an die Jesuiten oder an die Arabisten erinnerte ...

Außerdem besuchte ich begeistert Vorträge von Rednern, die sozusagen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden: Gennadij Bondarew, Karen Swassjan. Warum? Waren sie etwa zu gescheit? Dass solche begabten Menschen ihren Platz in der Gesellschaft nicht finden konnten, bedrückte mich sehr.

Erste Begegnung mit den Klassenstunden
Kurz nach meinem 19. Geburtstag besorgte ich mir die Klassenstundentexte. Ich las sie und war beeindruckt. Jesus hat zu den Menschen meist in Gleichnissen gesprochen, und zu seinen Schülern manchmal direkt, ohne die Wahrheiten in Gleichnisse zu hüllen.Mir kam es vor, als ob Rudolf Steiner in seinen Vorträgen in Gleichnissen gesprochen hätte im Vergleich zu der direkten Ausdrucksweise der Klassenstunden. Besonders wenn ich Beistand nötig hatte und die Verbindung zu Rudolf Steiner finden wollte, nahm ich mir die Klassenstunden vor. Nichts verbindet mich so schnell mit seinem Geist wie diese Worte. Ich unternahm auch den Versuch, die Klassenstunden in einer kleinen Menschengruppe zu studieren. Nach den ersten paar Stunden brachen wir ab - wir waren wohl überfordert. An ein Mitgliedwerden in der Hochschule war damals nicht zu denken.

Zeichen der Zeit
Meine allerschlimmste Enttäuschung mit der Gesellschaft erlebte ich im Jahr 1998. ... Das war die Zeit des Saalausbaus am Goetheanum. Dieser Saalausbau war mir schon deshalb ein Gräuel, weil dadurch gesagt wurde, dass die Metamorphose vom ersten zum zweiten Bau nicht begriffen worden war. Der Saalausbau verschlang unglaublich viel Geld und Menschenkraft. Alle Energien waren so an einen Gewaltakt gebunden, dem ein Missverständnis zugrunde lag - so sah ich es jedenfalls damals. ...

Nicht alle jungen Menschen haben das Bedürfnis, belehrt zu werden. Eine Gesellschaft, die nur Belehrung anbietet, ist dann nicht attraktiv. Lernen kann man auch alleine oder in selbst gewählten Gruppen. Erwachsene, die immer wissen, wie alles sein müsste, locken nicht unbedingt.

Man ist doch auf die Erde gekommen, um etwas umzugestalten, um etwas zu bewirken. Deshalb gibt es meiner Meinung nach keine bessere Einladung für jüngere Menschen, als ihnen einen Platz zum Wirken anzubieten und auf ihre von der geistigen Welt mitgebrachten Impulse zu vertrauen.

Ich saß in der denkwürdigen Eurythmieaufführung des Euchore-Ensembles, während der der damalige Bühnenleiter Paul Klarskov auf die Bühne kam und den Tod Schmidt-Brabants verkündete. Da öffnete sich für mein Erleben der Himmel, so als wäre er nicht mehr durch das Wirken Schmidt-Brabants verdeckt. Es war, wie wenn man im Pantheon in Rom stehen würde und durch die runde Deckenöffnung plötzlich Sonnenlicht käme. Die Zeit der Perestroika auf dem Hügel hatte für mich begonnen.

Ich konnte beispielsweise nicht verstehen, warum über Jahrzehnte um die Hochschule ein solches Geheimnis gemacht wurde. Wenn die Hochschule die neue Mysterienschule ist, dann ist sie doch das Allerdringlichste und müsste für alle Menschen weithin sichtbar sein! Mir kam das Bild von der ägyptischen Pyramide mit der vergoldeten Spitze. Diese Goldspitze soll doch die Hochschule sein! Sie sollte am weitesten sichtbar sein! ich habe auch die Weihnachtstagungsstatuten so verstanden, dass eine Hauptaufgabe der Gesellschaft das Tragen der Hochschule sei. Die Hochschule ist sozusagen der Kern und die Gesellschaft die nährende Hülle. Ohne Hochschule hätte diese Hülle höchstens organisatorische und koordinierende Bedeutung. ...

Was mir besonders zu schaffen machte, waren Erlebnisse, die ich hatte, wenn Hochschulmitglieder über die Hochschule redeten. Oft hatte ich dabei den Eindruck, dass sie sich als etwas Besseres fühlen als die, die nicht in der Hochschule sind. Die Exklusivität und Geheimhaltung der Hochschule appellierte an den Dünkel, die Eitelkeit. Dass es sein könnte, dass jemand aus Eitelkeit zur Hochschule gehören möchte, davor graute es mir. Meiner Ansicht nach muss der Beweggrund zur Hochschule der Wille sein, Verantwortung zu übernehmen.

Es geht um Dienen, nicht um Erhöht-Werden. Wie müsste die Hochschule gelebt werden, um das deutlich zu machen?

Natürlich kann seit Rudolf Steiner niemand mehr wirklich beurteilen, ob jemand reif für die Hochschule ist. Man ist reif, wenn man die diesbezügliche Eitelkeit überwunden hat und in die Hochschule tritt, weil man mittragen möchte. Einen anderen Weg als die (Selbsterwählung) sehe ich da nicht. ..

Ich erlebte (in meiner ersten Klassenstunde) die Gegenwart des Geistes, die Gegenwart Michaels und seines Boten Rudolf Steiner wie noch nie zuvor. Ich war derart ergriffen

von dem Geschehen, dass ich danach alle Unterhaltung mied und allein meine Erschütterung zu verarbeiten suchte. Mir wurde klar, dass das der Eintritt in die Hochschule war. Das Erhalten der Karte war etwas Abstraktes. Das Erleben der Klassenstundeninhalte in Menschengemeinschaft war der eigentliche Hochschulbeginn für mich.

Beinahe noch erschütternder als das Geisterlebnis war, wem ich es verdankte: Der Mensch, der die Klassenstunde gelesen hatte, war in der Vergangenheit für mich wie ein rotes Tuch gewesen. Unsere Auffassungen bezüglich Rudolf Steiners Kunstimpuls waren so verschieden, dass eine fruchtbare Zusammenarbeit kaum möglich schien. Ausgerechnet dieser Mensch verhalf mir zu dem vielleicht stärksten spirituellen Erlebnis des bisherigen Lebens! Das erscheint mir wie ein Zeichen dafür, was die Hochschule sein kann: In ihr können sich Menschen aus den verschiedensten Strömungen und Erkenntnisrichtungen treffen und unter Michaels Leitung und Mitwirken zusammenarbeiten. Das, was den Menschen vom Menschen trennt, verschwindet. Es ist plötzlich unwichtig im Vergleich zur gemeinsamen Aufgabe für Michael. Für dieses Erlebnis und die daraus gewonnene Erkenntnis bin ich überaus dankbar! Wie weise hat mich das Schicksal doch zurechtgewiesen! ..

Fragen
Gelingt es uns, leer gewordene Formen zu erkennen und abzustoßen ohne das Kind mit dem Bad auszuschütten Lind Wesentliches zu verleugnen? Was ist wesentlich? Und was sind hohle Traditionen? Wie kann Erneuerung zur Vertiefung führen und nicht zum Substanzverlust?

Was ich als Erkenntnis gewonnen habe ist, dass auch für die esoterische anthroposophische Arbeit gilt: «Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» Deshalb ist anthroposophische Gemeinschaftsbildung nichts Überflüssiges, sondern tiefste Notwendigkeit.

Johannes Greiner"

7.11.10

Neues Hellsehen – Bildekräfte-Forschung

Immer mehr Menschen treten auf, die über ihr ätherisches Hellsehen berichten und es auch für praktische Zwecke einsetzen, z.B. die Bildkräfte-Forschung.

In unserem Michaelszeitalter ist es immer notwendig, dass sich die Dinge bis in die physische Welt hinein ausgestalten. So hat Steiner eben anthrop. Medikamente entwickelt und es nicht bei nicht-physischen Behandlungs-Methoden belassen.

Für die Landwirtschaft hat er die Präparate entwickelt und weniger über den Umgang mit den Elementarwesen in der Landwirtschaft gesprochen.

So braucht es das Zeitalter, dass alles immer bis in die physisch-sinnliche, stoffliche Ebene seinen Ausdruck findet. Und es muss ganz und gar von Erkenntnis durchdrungen sein. Nur dann kann es etwas sein, was der Welt und der Menschheit heute wirkungsvoll und auf Dauer weiterhilft. Der Kampf gegen Ahriman gelingt nur auf diese Weise.

Esoterik, neues Hellsehen oder Mystik, die das nicht berücksichtigt, überlässt Ahriman die Macht auf dem physischen Plan.

Entsteht aber aus der geistigen Forschung ein neues Produkt, das ganz von klarer Erkenntnis durchdrungen ist und dazu vielleicht eine neue Fabrik, dann ist ein großer michaelischer Sieg errungen.

Im neuen Goetheanum geht es um „Ernährung“.

Petra Kühne erwähnt darin die Hinweise R.Steiners zur zukünftigen Ernährung. Sie wird zunächst immer vegetarischer und dann immer mineralischer werden.


Erwähnen möchte ich hier auch die Aussage von Steiner in diesem Zusammenhang, dass das Ich für seine Erden-Wirksamkeit die Auseinandersetzung mit der physischen Nahrung brauche; sie sei weniger für den Aufbau des physischen Leibes da, mehr für das Ich.


Deshalb kann der physische Leib auch ohne feste oder flüssige Nahrungsaufnahme existieren ( z. B. „Lichtnahrung“). Aber das Ich kann nicht ohne physische Nahrung weiter kommen. 
Doch es ist von außen schwerer zu beurteilen, wie sich das Ich von Menschen entwickelt und in diese Welt einbringt, die auf die normalen Nahrungsmittel verzichten. Dieses sollte man genauer studieren. Dann kann man auch ein klareres Urteil fällen.


Judith von Halle unterscheidet in ihrem Beitrag, ob ein Mensch aus eigenem Entschluss auf Nahrungsmittel verzichtet, während seine seelische Konstitution gleich bleibt, oder ob er sich zuerst seelisch-geistig entwickelt hat und dann der Körper aufhört, nach Nahrungsmitteln zu verlangen. Sie hält das Letztere für den richtigeren Weg. Solche Menschen seien gewissermaßen wie Pioniere einer künftigen Entwicklung. Sie weist darauf hin, dass in ihr wirkt die Auferstehungskraft Christi: "(es wirkt)bereits unmittelbar die Quelle aller unserer Nahrung: die Auferstehungskraft Christi im Zusammenhang mit den stoffbildenden Geistern der ersten Hierarchie."


Rudolf Steiner hat, selbst als er große Schwierigkeiten mit seinem Verdauungssystem hatte, immer Nahrung zu sich genommen, auch wenn es sehr schwierig war, geeignete Lebensmittel für ihn zu finden. Er legte darauf dennoch den allergrößten Wert.


Als moralisch weit entwickelter Mensch hat er praktisch nie wirklich über sich und seine Ernährung gesprochen. Als Eingeweihter sowieso nicht.


So sollte auch jemand, der keine Nahrung zu sich nimmt oder sich von Licht ernährt, dies als seine Privatangelegenheit betrachten. Die Welt sollte auf seine Werke sehen und ihn danach beurteilen! Tritt mir ein Ich-Mensch entgegen oder die Schablone eines Ichs! Steht dieser Mensch im Leben oder nicht!