12.9.10

„Antiquiert modern, progressiv treu?“

Im neuen Goetheanum (Nr.37-10) findet sich ein empfehlenswerter Artikel von Günter Kollert „Antiquiert modern, progressiv treu?“. Er setzt sich darin mit dem Problem der Abgrenzung des Anthroposophischen gegenüber anderen Gruppen und Weltanschauungen auseinander.
Er bringt so Sorgen und Fragen auf den Begriff, die sich heute ganz aktuell stellen, wenn man die Redner auf anthroposophischen Tagungen betrachtet, die Themen mancher Tagungen, die Inhalte von Kursen und Seminaren (s.u.) und dann natürlich die Interessenlage vieler Anthroposophen. Man nimmt z.B. ohne Bedenken neben anthroposophischen Heilmitteln auch alle möglichen anderen, alternativen Therapien in Anspruch.
Man sagt auch, dass heute die Menschen schon anders seien als zu Steiners Zeiten und deshalb auch andere okkulte Praktiken, als die von Steiner vorgeschlagenen, heute richtig seien.
Sehr treffend sein Zitat aus der Apokalypse:
„Ich kenne deine Werke und weiß, dass du weder kalt bist noch heiß: Wärest du doch kalt oder heiß! So aber, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, so will ich dich ausspeien aus meinem Munde.“
Übertragen: Entweder bekenne dich ganz und gar, 100%ig und ganz entschieden und offen zur Antroposophie oder sei ein ehrlicher, fairer, überzeugter Gegner. Aber sei nie lau und versuche dich nie mit verschiedenen Wegen und Anschauungen zu arrangieren und durchs Leben zu lavieren.
Man kann die Art, wie Kollert das Thema entwickelt nur schwer wiedergeben, deshalb hier nur einige, aus dem Zusammenhang genommene Zitate:
„(man) entdeckt schließlich, dass draußen ‚in der Welt’ eigentlich alles ‚viel anthroposophischer’ ist als in den problembehafteten eigenen Zusammenhängen."
"Dann lassen sich Versatzstücke anthroposophisch beeinflussten Vorstellens mit ganz andersartigen Anschauungen verknüpfen: Geistesrichtungen, für die man sich vorher nie interessiert hätte, gewinnen im Lichte der Anthroposophie neuen Reiz...."
"Seit Längerem verbrüdert man sich gerne mit Fraktionen der New-Age und Psychoszene, in denen natürlich niemand etwas gegen die Annäherung ...der Anthroposophen einwendet...“
„weil soundso viele Jahrzehnte seit Rudolf Steiners Tagen vergangen seien, könne man sich auf sein Werk stützen, aber zugleich dessen unbequeme Seiten als überholt abtun: Heute gälten eben völlig neue Gesichtspunkte für die Beurteilung visionärer oder medialer Phänomene...“
„Würde sich in einer Landwirtschaft ohne Genmanipulation oder chemische Düngung der biologisch-dynamische Ansatz erübrigen oder durch geomantischen Flursegen ersetzen lassen? Sind im Spektrum alternativer Therapien anthroposophische Heilkunst und Heilmittelkunde überflüssig?“

Beispiele von Kursen, die sich an Anthroposophen wenden aus dem Programm des Studienhauses Rüspe:
Einmal Auftanken bitte!
Marianne Rink, Brisbane / Australien

Haben Sie auch manchmal das Bedürfnis, etwas für sich selbst tun zu wollen? Einmal Pause machen - aktiv und trotzdem ganz entspannt. Ohne Termindruck, ohne Handy-Alarm– einmal Auftanken bitte!Dieser Kurs beinhaltet u.a.:• Aktiv Harmonie erleben • Meditationen und Klänge • Wir lernen die Grundprinzipien und das Wesen der Schwingungsheilung kennen. Mit praktischen Übungen erlernen wir die Anwendungen für unseren Alltag
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Malkurs: Bienentanz mit dem Spanier -
Die Bienen wissen viel
Ignacio Maria Guisasala Montiel, Arlesheim / CH
Dietrich Marx, Marburg

Aus dieser Inspiration mit dem Wissen der Bienen spüren Sie zusammen mit dem spanischem Künstler den Formen der Bienen nach, die sie bei der Futtersuche und ihrer Arbeit bilden: Lemniskaten, Kreise, Spiralen usw. Geschaffen wird von 2 bis 24 Personen an einem Tisch rotierend-gemeinsam ein soziales Gesamtkunstwerk.

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Innerer Kampf und Alltag -
Der Doppelgänger in den Kommunikationsproblemen
Dr. Phil. Michel Joseph, Paris,

Ausbildungsleiter in Biografiearbeit,
soziale Kunst, Astrosophie, Schriftsteller
Suzanne Vasarhelyi, Budapest und Paris, Sozialmalerei

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“Die Nacht mit Elia” - Religion ist Transformation
Bhajan Noam, Villingen

Bhajan Noam, der Autor des Buches “Die Nacht mit Elia”, welches unter anderem auch 2009 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurde, lädt ein zu einem intensiven Lese-,Gesprächs- und Meditationsworkshop. Er wird mehrere Abschnitte aus seinem Buch vorlesen und die Teilnehmer jeweils dazu auffordern, sich kontemplativ mit dem Text auseinanderzusetzen: In wieweit betrifft das Thema mein eigenes Leben, meine momentane Situation, meinen Glauben, meine Überzeugungen? Zu welchem Nachdenken und inneren Nachforschen regt es mich an? Wo stehe ich spirituell, in was fühle ich mich eingebunden? Welchen Themen verweigerte ich mich bisher, vielleicht aus der Angst heraus, dass mein Weltbild ins Wanken gerät? So führt er über die Auseinandersetzung mit den Texten und mittels geführter und stiller Meditationen die Teilnehmer allmählich tiefer zu sich selbst, zu den Wurzeln ihrer ganz eigenen Religiosität und ihres Menschseins.

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Traumseminar
Johanna Huiffner, Sandkrug, Kunsttherapeutin, freie Schriftstellerin
und Medium
Buchempfehlung: „Träume zwischen Geist und Schöpfung“

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„Lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele
grünen“
Gerda M. Kolf, Soest, Familientherapeutin, Kinesiologin, Autorin

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Astrosophie und Biographie
Dr. Phil. Michel Joseph, Paris, Ausbildungsleiter in Biographiearbeit,
soziale Kunst, Astrosophie, Schriftsteller
Jeder Teilnehmer erhält seine persönlichen Astrogramme. Studium des vorgeburtlichen Himmels als Spiegelung der 10 Jahressiebte der eigenen Biographie – die kosmischen Sphären zwischen Tod und neuer Geburt – wie findet man seine Missionen für dieses Leben.