27.8.10

Anthroposophie führt zum Schulungsweg

Die Anthroposophie zu kennen und zu studieren, das ist etwas, was dem Menschen eine gewisse Zeit gut tut und Wirkungen in ihm hinterlässt.

Doch die Anthroposophie weist immer zugleich auch auf den Schulungsweg hin. Irgendwann wird der Mensch beginnen müssen, den Schulungsweg zu beschreiten, sonst gerät er in ein seelisches Ungleichgewicht. Etwas zu wissen, aber es nicht zu tun, schwächt auf die Dauer die Persönlichkeit.

Die Anthroposophie als Erkenntnisweg strebt aus sich selbst heraus nach dem Schulungsweg als willensmäßiger Ergänzung.

25.8.10

Das Erdenkarma:

"Außen wird das Erdenleben immer materieller werden - das ist das Erdenkarma - doch in demselben Maße ... müssen, wenn die Erdenentwicklung ihr Ziel erreichen soll, die Seelen immer spiritueller und spiritueller werden."
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Rudolf Steiner, Das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt im Verhältnis zu den kosmischen Tatsachen GA 141, S.171

21.8.10

Anthroposophische Sekundärliteratur


Marie Steiner über anthroposophische

Sekundärliteratur

«Sie schreiben selbst von der Propaganda, die Sie machen wollen, und Ihr Zirkular enthielt eine Aufforderung, Ihnen Manuskripte zu schicken. Das bedeutet eine Aufforderung, auch sehr viel unreifes Zeug in die Welt zu setzen. Das Bestreben Herrn Dr. Steiners war bis jetzt, ein Verständnis dafür hervorzurufen, daß nur das reifste, wirklichem Wissen Entsprungene gedruckt werden solle, und daß es zu den schlimmsten Erscheinungen unserer Zeit gehöre, daß der Büchermarkt mit unreifen und unnützen Produkten überschwemmt werde. Am allerschlimmsten wäre dies auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft. Eine wirkliche Mithilfe könnte gerade darin bestehen, immer mehr Verständnis für eine solche Anschauung zu erwecken. Ein Entgegenarbeiten dem Geiste unserer Bewegung besteht darin, wenn man anfängt, Propaganda für Schriftstellerei auf geisteswissenschaftlichem Gebiete zu machen. Ich kann auch nicht die Logik dessen einsehen, daß Mitglieder, die nicht Zeit haben, Dr. Steiners Bücher zu studieren, weil sie anderes zu tun haben, just deshalb die kurze Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, auf das Lesen sogenannter Hilfsbücher verwenden sollen. Dann kommen sie um so weniger dazu, das Beste zu lesen.»

Aus dem Entwurf eines Briefes von Marie Steiner an einen Verleger, wahrscheinlich 1909/1910

(In: Nachrichten der Rudolf-Steiner-Nachlaßverwaltung Nr. 17, 1967, zum 100. Geburtstag Marie Steiner-von Sivers am 14.3.1967)

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16.8.10

Geistige Erfahrungen: Aus einem Interview mit Maria Hölzer

In dem Flensburger Heft Nr. 107 mit dem Titel "Neues Hellsehen", sind viele Berichte veröffentlicht, die man als Anthroposoph zur Kenntnis nehmen sollte, wenn man sich für die Entwicklung des Geisteslebens in der Menschheit interessiert.

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Neues Hellsehen
Mit Beiträgen von:Etschewit, Anna Cecilia Grünn, Kirsten Hollesen, Maria Hölzer, Lars Muhl, Verena Staël von Holstein, Wolfgang Weirauch
Flensburger Hefte Nr. 107
ISBN 978-3-935679-54-1
kartoniert,
224 S.
18 sw. Abb.
16,00 €

Dieses Buch scheut keine Frage! Vier ganz unterschiedliche Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten erzählen über ihr Schicksal, über ihre Grenzerfahrungen, über neue Möglichkeiten des Hellsehens und machen vor allem Mut angesichts der Erkenntnis, daß die geistigen Wesen näher sind, als man denkt, und daß man sie zu Hilfe rufen kann, wenn man sich darum bemüht.

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Aus einem Interview mit Maria Hölzer möchte ich einige Zeilen zitieren, die die anthroposophische Arbeit betreffen, da sie auch meine Erfahrungen wiederspiegeln:

"Einer der Hauptgründe (für Probleme mit Anthroposophen) scheint mir zu sein, dass man von Rudolf Steiner ungeheuer viele Informationen über übersinnliche Zusammenhänge erhalten hat, diese vielfach auch gelesen hat; aber wir machen keinen Unterschied zwischen dem, was wir gelesen haben und was Rudolf Steiners Erfahrungen und Forschungsergebnisse sind und auf der anderen Seite unserem Beitrag. Wir machen Rudolf Steiners Erkenntnisse zu unseren eigenen und glauben oft schon, das zu sein, was wir lesen. Wir reden über Luzifer und Ahriman, als hätten wir sie selbst geschaut. ..

Hier passiert etwas Wesenhaftes, denn viele Anthroposophen fühlen sich in diesem Zusammenhang mehr als sie eigentlich sind. Sie fühlen sich größer als sie sind, sie fühlen sich wichtiger als sie sind, und vor allem nehmen sie sich das Recht, andere Menschen zu verurteilen…

(1.Eigene Wahrnehmung)

Wenn man etwas liest, sollte man sich immer wieder die Frage stellen, wie viel man davon selbst wahrnehmen kann, ob man überhaupt irgendetwas von dem, was man gerade liest, selbst hervorbringen kann.

(2. Eigene Erkenntnis)

Natürlich ist es wichtig, z.B. einen Vortrag von R.St. zu lesen, aber man muss ihn auch denkend bearbeiten. Wenn man wenigstens nur das äußern würde, was man auf diese Weise denkend bearbeitet hat, wären viel Anthroposophen schon einen Schritt weiter. Selbstverständlich passiert im denkenden Bearbeiten sehr viel im Inneren des Menschen. Trotzdem sollte man das Gelesene nicht… gegenüberanderen ausspucken.

…Man kann (Anthroposophie )… jungen Menschen nur so erzählen, dass das Erzählte keine Theorie ist, sondern wirklich durchlebte Gedankenarbeit oder Praxis, wenn es für einen selbst eine zentrale Lebensfrage und Realität ist. Heute ist es wichtig, wie wir dem Menschen im Gespräch begegnen; dann kann sich etwas öffnen. Und dann kann man von allem erzählen … wenn man R.St. nur zitiert, merken andere sehr schnell, dass die Inhalte eigentlich nicht verarbeitet sind, weil das Lebensbezogene fehlt."

Der Interviewer fragt nach ihren Erkenntnissen

ZUR FREIEN HOCHSCHULE FÜR GEISTESWISSENSCHAFT

"Ich schaue gerade eine furchtbare Trauer. Ich schaue es so, als wäre nur noch die Hülle davon da (die Hüllen der Hochschule).

Wenn wir die Klassenstunden der Hochschule hören, wenn wir die Meditationen der Hochschule durchleben, begegnen wir den schrecklichsten Wesen, die letztlich im Menschen sind. Jedesmal, wenn man in die Klassenstunde geht, sollte man das gewöhnliche Ich wandeln zum wahren Ich, um dem weiter folgen zu können, was R.St. gegeben hat.

…aber die Klassenstunde ist nicht etwas, wo man nur einmal im Monat hingehen soll, sondern die inneren Schritte sollten ja täglich absolviert werden. Die Hochschule ist nicht nur dazu da, dass man brav die Meditationen macht, sondern sie ist dazu da, dass man die furchtbaren Wesen in sich eigentlich in jeder Tagessituation Schritt für Schritt verwandelt und sich ihrer wenigstens bewusst wird. … Vieles ist einfach zu sehr Text geworden. Es kann sein, dass die Hochschule noch an einigen Stellen lebendig ist; das hängt ganz von den Menschen ab, die damit ernsthaft arbeiten, vor allem im Alltag. Aber als Ganzes sieht die Hochschule für Geisteswissenschaft sehr hülsenhaft aus…

Viele Anthroposophen glauben, dass die anderen Menschen mit spirituellen Erfahrungen Spinner sind. Dann spielt eine Art Eifersucht mit, weil diese hellsichtigen Menschen real etwas schauen, über das sie selbst nur denken können. Daraus ergibt sich ein Minderwertigkeitskomplex… Sie haben nicht den Schritt vom Intellektuell-Denkerischen zum Wesenhaft-Denkerischen gefunden, das geht nur durch den inneren Prozess und das wache Wahrnehmen im Alltag…

Entscheidend ist, dass diejenigen, die anthroposophische Vorträge halten oft nicht das leben, was sie erzählen. Eine andere Sache ist es, wie weit für die Vortragenden selber gut ist, ständig Vorträge zu halten…Vielfach haben sich die Menschen selbst über die Anthroposophie gestellt, statt sich zu fragen: Was lebe ich, wenn ich die Anthroposophie lebe?"

WIRKSAMKEIT VON MEDITATIONEN

"Die Meditationen haben nichts von ihrer ursprünglichen Geisteskraft oder von ihrer Wirksamkeit verloren, im Gegenteil. Je länger wir mit ihnen arbeiten, desto tiefer und umfassender beschenken sie uns mit ihren verborgenen Erkenntnissen und Erlebnissen. Sie sind die Wege, wodurch wir in die geistige Welt eintreten können und die Wirklichkeiten und Wesen, die da wirken, kennenlernen. Gleichzeitig bauen wir durch unsere Meditationen einen Austausch mit geistigen Wesen auf, wodurch diese wiederum die Möglichkeit bekommen, uns in unseren Verhältnissen zu helfen. Die Meditationen sind wie Lichtstrahlen, die uns Bereiche erleuchten, die für uns dunkel und unbekannt sind.

Das Problem liegt darin, das viel Anthroposophen nicht meditieren, und sehr viele Menschen, die in diesen Zusammenhängen arbeiten, auch nicht. Außerdem sind viele Menschen unsicher, wie sie meditieren können. Alle Bereiche, wo anthroposophische Impulse verwirklicht werden sollten, waren ursprünglich so gedacht, dass der Grund auf dem sie aufgebaut werden sollten, der lebendige Austausch mit Wesen der geistigen Welt durch Meditation sein sollte. Wir können heute froh sein, wenn überhaupt jemand in diesen Bereichen meditiert.

Meditieren wir nicht und bemühen uns nicht in einer inneren Entwicklung, so ist es klar, dass entscheidende Erkenntnisse fehlen, die das ganze Wirken geistig bewusst und liebevoll leiten können. Was übrig bleibt, ist das willkürliche Entscheiden und Handeln…

(Viele Anthroposophen) benutzen die Anthroposophie, um sich mit ihr vor anderen zu schmücken. Vorneherum deklamieren sie schöne Worte; wenn s aber darum geht, die zu leben, können sie es nicht. Sie haben die Anthr. Gesellschaft zu ihrem Prestigepodium gemacht…

Wehe, jemand kommt mit geistigen Erlebnissen! Er wird unmittelbar als Feind behandelt oder totgeschwiegen…Innerhalb der Gesellschaft verhindern sie somit auch, dass Neuentwickeltes die Resultate anthroposophischen Strebens bestätigt…."

11.8.10

"Eine neue Welt"


Bei Holger Niederhausen stieß ich auf Auszüge aus Mieke Mosmullers neuem Buch (s.u.). Eine Stelle sprach mir dabei besonders aus der Seele:


Auszüge aus Mieke Mosmuller: "Das Tor zur geistigen Welt. Seine Riegel und Scharniere." Occident Verlag, 2010 (324 S., 19,50€).



"Alle Menschen, die sich in unserer Zeit verkörpern, erwarten eine verwirklichte Geisteswissenschaft auf Erden. Sie trifft der Mensch jedoch nicht an. Er findet eine Welt, die durch Ahriman geprägt ist, er findet dessen Hemmnisse, und er findet nicht die Hilfe, die die Anthroposophie hätte geben können. Das Goetheanum hätte eine Stätte sein sollen, wo man durch verwirklichte Geisteswissenschaft Trost hätte finden können. Zuerst Trost, und dann wirksame Anleitungen, um die Sehnsucht erlösen zu können. Und nicht nur das Goetheanum hätte so wirken sollen, auch die Waldorfschulen, die Zweige usw. hätten überall Stätten des Trostes sein sollen, wo man hingehen könnte und spüren würde: Hier werde ich als Mensch verstanden, hier kennt man meine wahre Wesenheit, hier weiß man, wie ich zur Selbsterkenntnis kommen kann und wie mir daraus die Kraft fließen kann, auch Verständnis für meine Mitmenschen zu erlangen. Hier ist man Mensch unter Menschen, hier lebt das Ziel der Entwicklung als Ahnung, und diese Ahnung wird hier zur realen Geist-Erkenntnis. [...]Was findet der sehnsüchtige Mensch stattdessen vor? Eine Gesellschaft von Menschen, die einen Hochmut zeigen, der nirgendwo sonst auf der Welt zu finden ist. Die herablassend, phrasenhaft sprechen. Eine Diskursgesellschaft, die Worte verwendet, deren wahre Bedeutung sie nicht einmal ahnt: Toleranz, Offenheit, Verständnis für das Denken des Mitmenschen, Freiheit, das Gute, das Böse, Rudolf Steiner, Michael, Christus...Die Anthroposophie gibt jedem Suchenden die Möglichkeit und die Fähigkeit, seine eigene Menschlichkeit kennen zu lernen, und, wenn er sie einmal erkannt hat, auch dem Anderen bei der Geburt seiner Menschlichkeit zu helfen, ja die Geburt mit zustande zu bringen.Dass diese Möglichkeit nicht ergriffen wurde und wird, führt zu einer großen Schuld auf Seiten derjenigen Anthroposophen, die so lässig, so nonchalant meinen, sie hätten der Anthroposophie auf Erden schon ihren Platz bereitet. Sie ist aber gar nicht da. [...]Das ist meine Anklage, und sie kann nicht freundlich klingen, nicht tolerant, nicht abgeklärt – denn es geschieht eine Katastrophe.Mehr als zwanzig Jahre hindurch habe ich geschwiegen. Jetzt rufe ich einen jeden dazu auf, sich auf die Notwendigkeit der Inkarnation des Menschen zu besinnen, auf eine ungehemmte Inkarnation, auf eine Erscheinung der wahren menschlichen Wesenheit in allen ihren Individualitäten.Das ist Anthroposophie.(S. 15-21)"

8.8.10

Rückführungen

Zufällig stieß ich im Fernsehprogramm auf eine Sendung bei "RTL": "Mein erstes Leben".
In dieser Sendung wird direkt eine Rückführung durch eine "Therapeutin" in Trance gezeigt. Dann werden die Angaben der Rückgeführten auf ihre historische Richtigkeit hin überprüft. Schließlich fährt man mit den Menschen sogar an den jeweiligen Ort, der geschilderten Inkarnation.


Die Hypnotiseurin schreibt während der mehrstündigen Sitzung vieles mit und stellt gezielt Fragen.
Der Hypnotisierte kann sich hinterher noch an die traumartigen Bilder erinnern, die er während der Trance sah. Er erlebt alles sehr intensiv mit. Er atmet sogar entsprechend der Anstrengungen, die er erlebt.

Im Unterschied zu einer eigenen, durch die individuelle geistige Arbeit hervorgebrachten Karmaübung hat der Zurückgeführte keine moralische Vorbereitung durchgemacht. Er muss die Bilder nehmen, wie sie kommen. Es gibt gewissermaßen keinen Schutz und kein hütendes Geistwesen, das ihm beisteht. So muss sein Ich alles hinnehmen, was er erlebt und hinterher völlig allein damit fertig werden.

Er wird gewissermaßen über eine Schwelle geführt, ohne dass er die negativen Wesen bezwungen hat, die dann Macht bekommen.
Man merkt an den Menschen in dieser Sendung, dass sie mit den Erlebnissen nicht wirklich etwas anfangen können. Sie erfahren keine Belehrung oder Erkenntnis daraus. Obwohl man ihnen anmerkt, dass die Erfahrungen eine Art subtilen Schock auslösen können. Während die Macher der Sendung denken, man kann das mit den Leuten so anstellen, als würde man sie einmal in einen Kinofilm schicken und sie dann fragen, ob es ihnen gefallen hat.

Man erfährt in dieser Sendung auch gar keine Frage der Menschen zu ihrem jetzigen Erdenleben. Auch kann man so nicht erfahren oder erkennen, wie die eigene Individualität sich in die Weltenentwicklung eingliedert, welches Grundthema sie begleitet, welche Weltenaufgabe sie hat.
Wirkliche Erkenntnis ist nicht möglich.

Welche Folgen das hat, kann ich im Moment auch nicht sagen.
Deutlich wird, dass es heute nur noch ein winzig kleiner Schritt ist, um weiter zurück zu schauen und dass dieses Gebiet heute unbedingt bearbeitet werden muss.
Wir sind Teil der gesamten Weltgeschichte und wir tragen diese in uns. Im Zeitalter der Bewusstseinsseele soll dies zur Erkenntnis werden.

Wir brauchen dazu aber eine rechte Wissenschaft des Geistes, damit die Erfahrungen und Erkenntnisse sich in rechter Weise in den Weltenzusammenhang hineinstellen und fruchtbar wirken können.