14.6.10

„Smaragdmeditationen“

Der viel versprechende Weg wird nun fortgesetzt

In Ergänzung zu dem gestrigen Thema „Naturmeditationen“ möchte ich auf einen zweiten Artikel aus dem selbigen „Goetheanum“ eingehen. In diesem Bericht von Cornelia Friedrich mit dem Titel „Gerichtete Aufmerksamkeit“ wird die Methode von gestern noch weiter erläutert oder ergänzt.
Cornelia Friedrich schildert ihre Erfahrungen auf einem Seminar geleitet von Angelika Schlemme. Man studiere dabei genau die einzelnen Stufen oder Schritte, die bei der äußeren und inneren Wahrnehmung hier geschildert werden. Dieser sichere Weg in Richtung geistiger Erfahrungen leitet sich unmittelbar von Goethes Anschauungsweise ab, wie sie von Rudolf Steiner weiter entwickelt wurde. Es ist wie eine Art gemeinsame, meditative Übung, in der doch alle individuellen Wahrnehmungen und innere Erfahrungen sinnvoll sich ergänzend zusammenfließen, weil sie an einen sinnlichen Gegenstand anknüpfen.

„Ihre Seminare bieten diesen Rahmen, gemeinsam mit anderen Menschen die ätherischen Prozesse wahrnehmen und verstehen zu lernen... Wir beginnen damit, einen Smaragd in der Hand, der noch mit dem Urgestein verbunden ist, in Stille zu betrachten. Nach einigen Minuten lässt Angelika Schlemme jeden seine Wahrnehmungen aussprechen.

Es wird zusammengetragen, Übereinstimmendes oder Abweichendes festgestellt. Farbe, Form, taktile Beschaffenheit, Leichte und Schwere sind die noch sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften, an die sich schon innere Beobachtungen und Erlebnisse anschließen können...
Neues, Unerwartetes, nicht Vorgeprägtes kann sich so zeigen. Ich erlebe es als eine dem künstlerischen Arbeiten verwandte Haltung, in der das Vorgehen suchend am Thema entwickelt wird. Schlemme nennt die Grundbedingungen einer erweiterten Wahrnehmungsfähigkeit.

Eine gerichtete Aufmerksamkeit, die nicht in Sympathie und Antipathie abgleitet, die Gedanken und Interpretationen, wenn sie auftauchen, zurücknehmen kann, die das Geschehen bis in den Nachklang hinein mit wacher Aufmerksamkeit betrachtet, ist ein Prozess, bei dem sich etwas in den zurückgenommenen aufmerksamen Denkwillen hinein aussprechen kann...“

13.6.10

"Naturmeditationen"


Ein viel versprechender Weg

Langsam wird der wirklich lebendige anthroposophische Weg immer deutlicher. Immer häufiger liest man Berichte von Menschen, die den intellektuellen Weg verlassen und die meditative Geistesforschung wirklich praktizieren.
Ein Beispiel dafür ist das Folgende. Hier finden Sie auch eine Schilderung der Methode in einzelnen Schritten:

Im Goetheanum vom 11.Juni 2010 wird von Renatus Derbidge über die Forschungen von Thomas Schaaf berichtet. Daraus möchte ich zitieren:

„Schaafs Fragestellung im Projekt lautete: Wie ist es möglich, durch seelisches Beobachten und durch Meditation zu einer direkten Beziehung mit der Natur zu gelangen?...

Schaaf (schilderte) Meditationen zu unterschiedlichsten Naturobjekten, etwa eine Schichtstufenlandschaft, ein Schachtelhalm, ein Pyrit oder auch Wolkenformationen. Seine Methode gliedert sich in vier Schritte: Genaues vorurteilsfreies Beobachten, wieder erinnern und ergänzen des Beobachteten mit Vorwissen und Assoziationen, Auslöschen der Gedanken. Das Nachbild beschrieb Schaaf als Geistesschau mit sehr differenzierten Erlebnissen von Formen und Farben, ergänzt durch das Erleben, zeitlich sich verändernder Kräfteströmungen, die er als ätherisch ansprach.“

6.6.10

KONTRASTE: Wolfsburg und der wirkliche Rudolf Steiner


Das „Goetheanum" Nr. 23 vom 4.Juni 2010 hat als inhaltlichen Schwerpunkt Berichte von den beiden Rudolf-Steiner-Ausstellungen in Wolfsburg.

In diesen Berichten finden sich völlig unkommentiert und unreflektiert Äußerungen etwa folgender Art:

„..viele seiner Ideen (entstanden) aus der Zeit heraus...“

„Dadurch wollen wir ihn gleich zu Anfang der Ausstellung von seinem Sockel herunterholen...“

„So ist etwa die Ausdifferenzierung von Steiners Weltbild in Hierarchiestufen, in Sphären und Wesenheiten eine doch sehr rigide Struktur...“

„Mit diesen beiden Ausstellungen wird Rudolf Steiner in die Gegenwart geholt, er wird zum interessanten Dialogpartner abseits weltanschaulicher Schablonen.“

„Möglicherweise läuten die Ausstellungen... in dieser Hinsicht eine neue Epoche ein...: Steiner gehört nicht nur den Anthroposophen!“

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Red Figure, 2009

Tony Cragg

Red Figure, 2009

Holz, 233 x 215 x 60 cm
Courtesy der Künstler
Foto: Charles Duprat
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010


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Eine andere Sichtweise:

Bei „Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer“ gibt es die Figur des Scheinriesen. Je ferner er ist, desto größer wirkt er, je näher, desto kleiner. Mögen einige Zeitgenossen Rudolf Steiners schon damals seine Größe erkannt haben, so wächst sie geistig doch mit dem Abstand, den man in der Zeit von ihm hat.

Welche Individualitäten gab es in der Weltgeschichte, die Vergleichbares geleistet haben? Kann man ihn überhaupt mit irdischen Maßstäben erfassen? Es gibt meines Wissens in der ganzen Weltgeschichte kein Wesen, das eine vergleichbare vielseitige Offenbarung geistiger Inhalte bisher geleistet hat.

Wenn man seine Biographie kennt, dann weiß man, dass er sich ganz und gar durch seine Taten und Offenbarungen hingegeben hat. Sein Tod wirkt wie ein Opfer. Er starb unter den übermäßigen Belastungen, die ihm von der Welt aufgebürdet wurden, ohne ein Wort der Klage. Er verband sein Dasein mit seinen Offenbarungen und er starb durch die Mängel der Seelen, die seine Offenbarungen entgegennahmen. Jeder nicht vollbrachte, aber doch nötige Entwicklungsschritt der Menschen in seiner Umgebung, war für ihn wie eine Folterung oder wie eine Schwächung seiner Möglichkeiten, im Irdischen zu wirken.

Man kann seine Wirkung mit dem Wirken Christi vergleichen. Durch Christi Tod strömte der Gottesgeist in alle Wesen, in alles Geschaffene hinein. In der eigenen Seele kann er nun wieder gefunden werden.

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Rudolf Steiner floss nicht durch sein Blut in die Erde und nicht durch eine Himmelfahrt in den ganzen Ätherumkreis hinein. Durch seine Worte und Taten aber floss er geistig in die Menschen hinein, die ihm begegneten. Auch die Nachgeborenen, die sein gedrucktes Werk lesen, es in ihrer Seele lebendig machen und darüber meditieren, können ihn geistig aufnehmen und sich mit ihm verbinden. Dann wirkt er auch in ihnen. Er stellt sich an ihre Seite und begleitet sie.

Wenn man sich seinem Wesen verbinden kann, dann wird man spüren, dass es in einem zu wachsen beginnt. Verspürt man es nicht, so arbeite man daran, dass es wachse, sonst kann man ihm nicht gerecht werden. Im Laufe des Lebens wird es immer größer, immer bedeutender. Es durchdringt den eigenen Geist, die Welt und den Kosmos.